Mit der Produktlinie COMAR hat die FRAKTA Vertriebs GmbH eine interessante Baureihe von Regelventilen in Kurzhub-Bauform im Sortiment. Die Ventile sind zwar schon einige Jahre am Markt verfügbar, aber zumindest in Deutschland noch zu wenig bekannt. Deswegen werden wir sie im Folgenden etwas näher vorstellen.

COMAR-Regelventile der FRAKTA Vertriebs GmbH

Aufbau von Kurzhub-Ventilen

Die meisten Kurzhub-Ventile am Markt haben eine eingebaute Feder, die den Ventilstößel nach oben drückt. Das heißt, der Stellantrieb muß nur in ausfahrender Richtung Kraft aufwenden und den Ventilstößel nach unten drücken. In der gegensätzlichen Richtung wirkt er als Widerstand gegen die Federkraft des Ventilstößels, damit dieser nur bis in die durch das Stellsignal vorgegebene Position fährt. Der Antrieb muss also nicht ziehen, da der Ventilstößel durch die Feder automatisch der einfahrenden Bewegung des Antriebs folgt. Dadurch fällt auch eine mechanische Kopplung zwischen Antriebs- und Ventilstößel weg und das bringt sicher Einsparungen beim Fertigungsaufwand von Ventil und Antrieb.

Nachteile dieser Konstruktion

Aber diese Bauart hat auch Nachteile. Zum einen benötigt der Ventilantrieb verhältnismäßig viel Kraft, da er in einer Bewegungsrichtung nicht nur den Widerstand des durch das Ventil fließenden Mediums, sondern auch den der eingebauten Feder überwinden muss. Das erfordert also einen kräftigeren Antrieb. Zum andern würde es der Antrieb “nicht merken”, wenn der Ventilstößel in einfahrender Richtung des Antriebs blockiert wäre. Es besteht ja keine mechanische Verbindung zwischen Ventil- und Antriebsstößel. Die Elektronik moderner Antriebe registriert Blockierungen im Stellweg und gibt ein entsprechendes Signal an die übergeordnete Regelung. In diesem Fall kann sie das aber nicht. Der Antrieb würde in die vorgegebene Position fahren, ohne dass das Ventil folgt. Der Fehler würde allenfalls später auffallen, wenn sich in der Anlage nicht der gewünschte Parameterwert (z.B. die gewünschte Wasseremperatur) einstellt.

Die FRAKTA-Variante

Bei den COMAR-Regelventilen von FRAKTA wurde daher auf die Feder verzichtet und ein Kopplungsmechanismus am Antrieb samt Gegenstück am Ventil implementiert. Die Montage des Antriebs auf das Ventil ist dennoch genauso schnell möglich wie bei den Kurzhubventilen mit Feder. Auch hier wird der Antrieb nur auf das Ventil aufgeschraubt. Die Kopplung erfolgt automatisch, wenn am Antrieb Spannung angelegt wird. Eine manuelle Kopplung und Justierungen sind nicht notwendig. Und es können kleinere und preisgünstigere Ventilantriebe verwendet werden. 

Technische Details

Die COMAR-Baureihe umfasst 2- und 3-Wege-Ventile mit Schraubanschluss (Außengewinde) mit Gewinde- oder Anschweißverschraubungen sowie mit Flanschanschluss. Letzteres ist ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Ventilklasse. Verschraubungen gehören immer mit zum Lieferumfang. Die innere Gehäusegeometrie ist optimal auf die jeweilige Ventilart (2- oder 3-Wege) ausgelegt. Soll heißen, die 2-Wege-Ventile haben keinen 3. Port, der mit einer Scheibe samt Überwurfmutter verschlossen ist. Damit sind die 2-Wege-Gehäuse strömungstechnisch optimiert und stellen keinen Kompromiss dar. 

Die Nenndurchmesser reichen von DN15 bis DN40 mit den üblichen Kvs-Werten. Allerdings sind die DN15-Ventile schon mit sehr kleinen Kvs-Werten (Durchgangsventil ab 0,16 m3/h, 3-Wege-Ventil ab 0,25 m3/h) lieferbar, für die sonst Kleinventile im Nenndurchmesser DN10 benötigt werden.  Damit kann mit der COMAR-Baureihe ein breites Feld von Anwendungen abgedeckt werden, zumal der Nenndruck PN16 beträgt. Der Temperaturbereich für das durchströmende Medium reicht von 2 bis 130 °C. Das Regelverhältnis liegt bei 50:1 und die sehr geringe Leckrate bei unter 0,0001% vom jeweiligen Kvs-Wert. Das sichert eine hohe Regelgüte mit geringen Energieverlusten.

Materialien

Das Gehäuse besteht aus Grauguss, der zum Korrossionsschutz abriebfest lackiert ist. Die Innengarnitur wurde komplett aus rostfreiem Stahl gefertigt. Sie ist damit wesentlich hochwertiger und langlebiger als bei derartigen Regelventilen anderer Hersteller. Denn bei Kurzhubventilen besteht die Innengarnitur häufig aus Messing. Die Stopfbuchse ist mit einem O-Ring aus EPDM abgedichtet.

Antriebe

Zur COMAR-Baureihe gehören natürlich auch entsprechende Ventilantriebe mit 250 bzw. 500N Stellkraft. Die 230V-Varianten arbeiten mit 2- und 3-Punktansteuerung. Die 24V-Antriebe können 2-Punkt, 3-Punkt und stetig (0…10 V DC) angesteuert werden. Eventuell notwendige Hilfsschalter sind als Zusatzmodul aufgesteckbar.

Die Montage der Antriebe geht sehr einfach vonstatten. Sie werden auf das Ventil aufgesteckt und mit einer Rändelmutter handfest angezogen. Die Kopplung von Ventil- und Antriebsstößel erfolgt automatisch, sobald am Antrieb Spannung angelegt wird. Justierarbeiten entfallen vollständig.

Preise

Die Listenpreise beginnen bei den 2-Wege-Ventilen mit Verschraubung bei 65,00 EUR (DN15) und enden bei 94,00 EUR (DN40). Bei den 3-Wege-Ventilen reicht der Preisbereich von 68,00 bis 103,00 EUR. Wie gesagt, die Verschraubungen sind inklusive. Bei den Ventilen mit Schweißanschlüssen liegen die Preise jeweils nur wenige Euro höher. Etwas größer sind die Preisabstände zu den Flanschausführungen (Durchgangsventil 84,00 bis 142,00 EUR, 3-Wege-Ventil 110,00 bis 171,00 EUR). Im Vergleich mit den am Markt verfügbaren Flanschventilen mit ähnlichen technischen Daten ist jedoch selbst das noch sehr günstig. Vergleichen Sie doch einfach mal mit den Ventilen, die Sie üblicherweise einsetzen und machen sich selber ein Bild.

Fazit

Mit der Baureihe COMAR hat FRAKTA Regelventile im Angebot, die technisch mit den vergleichbaren Produkten anderer Hersteller mehr als gut mithalten können. Und preislich bieten die COMAR-Ventile ganz handfeste Vorteile. Detaillierte Informationen und den Download der Datenblätter finden Sie hier auf der Webseite:

Bei Fragen zum Thema stehen Ihnen unsere Handelsvertreter oder die Kollegen in der Zentrale gern zur Verfügung. Alle Kontaktdaten finden Sie hier.